Wie oft noch?

D1-JugendDie Frage stellen sich wohl alle, die den Jungs in den letzten Wochen beim Fußball spielen zugeguckt haben. In der Hinrunde war man noch die torgefährliste Mannschaft mit 56 Toren in 13 Spielen, mit nun nur 19 Toren in neun Spielen bringen sich die Speuzer immer wieder selbst um den Lohn und verschenken unnötig die Punkte. 

Auch in der Rückrunde spielen die Speuzer keinen schlechten Fußball, und so konnte man als einzige Mannschaft bis jetzt den Rödelheimern in der Rückrunde einen Punkt abknöpfen, aber wirklich rund läuft es im zweiten Abschnitt der Saison nicht. Das zeigte sich gegen Riedberg(0:2) und vor allem gegen Bockenheim (1:1) auch wieder. 

Gegen Riedberg waren die Speuzer die ersten 15 Minuten drückend überlegen und mussten eigentlich selbst in Führung liegen. Aber sowohl Gedeon, der vor dem Tor drüber schoss, als auch Marco, der zuerst den Torwart anschoss und dann im Nachschuss an einem Spieler an der Linie scheiterte, versagten die Nerven. Tabellenführer Riedberg wurde nun stärker und konnte sich immer mehr entlasten, trotzdem hatten die Speuzer in Person von Marco eine weitere  große Chance auf das 1:0, aber er scheiterte wieder am Torwart. Nach einem  Fehlpass von Game beim Versuch, aus der eigenen Hälfte lang zu spielen, nutzte Riedberg seine überhaupt erst zweite Chance zum Führungstor. Games Ball landete beim Sechser der Riedberger, der gleich auf den Stürmer weiterleitete. Dessen Schuss landete an der Unterkante der Latte und der Ball sprang zurück ins Spielfeld, doch dort hatte der um zwei Köpfe größere Gegenspieler von Ilias keine Probleme, einzunicken, zumal Ilias auf dem falschen Fuß erwishct wurde. Nach Großchancen stand es nun 3:1 für unsere Jungs, das Ergebnis lautete - wie so oft in der Rückrunde - aber 0:1.

Fast unmittelbar nach dem Gegentor liefen die Speuzer nach eigener Ecke in einen weiteren Konter, und wieder trafen die Riedberger die Latte. Glück, dass das Spiel nicht hier schon entschieden wurde. Dann wurden die Seiten gewechselt, und wieder hatten die Speuzer die erste große Chance: Berkay wurde geschickt, schon den Ball aber allein vor dem Keeper knapp am Kasten vorbei. Riedberg wurde nun stärker, weil die Speuzer ihrem hohen Tempo Tribut zollen mussten. Die Speuzer wurden nur noch nach Ecken gefährlich. Dass man aber danach so gut wie nie trifft, ist schon ein Bild geworden, an das sich die Trainer gewöhnt haben. Auf der anderen Seite kam ein Riedberger frei vor Garn zum Schuss, doch Garn konnte mit einer klassen Parade halten. In der letzten Minute gab es einen zweifelhaften Strafstoß für die Gäste. Garn war zwar im richtigen Eck, aber konnte den Ball nicht halten. Kurz darauf war dann auch Schluss. Das Kompliment des Gästetrainers, dass die größenteils jahrgangsjüngere Speuzermannschaft klasse gespielt hat und nächstes Jahr sicher um die Meisterschaft spielen kann, nehmen wir gerne an. Aber wie so oft in der Rückrunde können sich die Jungs davon nichts kaufen. 

Am Sonntag gastierten die Jungs bei Bockenheim, wo man auf dem großen Rasenplatz spielen durfte. Der Schiedsrichter bat die Speuzer, um 9:50 in der Kabine zu sein. Um 10 Uhr war der Schiedsrichter selbst aber immer noch nicht da. Daraufhin musste dieser erstmal gesucht werden, und das Spiel begann mit zehnminütiger Verspätung. Sicher nicht gut, wenn ein Schiedsrichterbeobachter anwesend ist... Ob der Schiedsrichter deshalb so nervös war, bleibt unbekannt, aber eine Glanzleistung lieferte er auch während des Spiels nicht ab. Die ersten Angriffsversuche der Speuzer scheiterten immer wieder am Abseitspfiff des Schiedsrichters, wobei einige dieser Entscheidungen "zweifelhaft" erschienen. Die Speuzer spielten ihren Stiefel aber weiter runter: Game eroberte den Ball, lief an dem Innenverteidiger der Bockenheimer vorbei und legte vor dem Torwart sehr stark zu Marco quer. Marco versuchte, diagonal ins Eck zu schießen, und dabei traf er den Fuß des Torwarts. Einfach ins Netz wäre einfacher gewesen. Es gab Ecke für die Speuzer, Game schlug den Ball in die Mitte, Marco sprang hoch und kam vor dem herausstürmenden Torwart an den Ball, mit Hilfe der Unterkante der Latte landete der Ball deutlich hinter der Linie. Der Schiedsrichter ließ weiterspielen. Im Gegenzug stand Shefket einerseits neben sich, andererseits viel zu weit hinten. Bockenheims Angreifer kam so vor Shefket an den Ball, zog mit Tempo vorbei und traf zum 1:0. Auch in Bockenheim waren die Speuzer wieder drückend überlegen, erzielten diesmal sogar ein klares Tor und hatten etliche Chancen, aber trotzdem stand es wieder 0:1 - durch den ersten Torschuss!

Eine Minute später eroberte Shefket im Mittelfeld den Ball, aber ein Spieler der Heimmanschaft blieb liegen. Shekfet legte auf Marco, der auf Okan weiterleitete. Trotz guter Schussposition spielte Okan den Ball fair ins Aus. Trotzdem gab es Schiedsrichterball und der Referee bat die Speuzer, die eindeutig in Ballbesitz gewesen waren, den Ball zum VfR zu spielen. Die Speuzer ließen sich aber davon nicht beirren und spielten weiter nach vorne. Doch Großchancen wurden reihenweise vergeben: Game entschloss sich vor dem Torwart für einen Pass in die Mitte statt zu schießen - und spielte prompt einen Bockenheimer an. Marco wurde von Game mit einem diagonalen Ball eingesetzt, legte in den Rückraum zum Okan, aber der traf aus 7 Metern das Tor nicht. Kurz vor dem Halbzeit wurde Gedeon geschickt und kam vor dem Torwart an den Ball. Sein Abschluss traf aber nur den Pfosten, während der Torwart rutschte dann mit seinem Grätschversuch voll in Gedeons Knie rutschte. Hier nicht auf Strafstoß zu entschieden, war eine weitere "Kunst" des Schiedsrichters.

Gedeon konnte nicht mehr weiterspielen. Für ihn kam Kristian in die Partie und die Speuzer wechselten noch drei weitere Mal "freiwillig", so dass jeder Spieler mindestens eine Halbzeit spielen durfte. In der zweiten Halbzeit das gewohnte Bild: Die Speuzer laufen an und drücken, treffen aber das Tor nicht: Kristian musste nach einer Flanke nur noch den Kopf hinhalten, entschied sich aber mit dem Fuß hinzugehen, was missglückte. Zwei Minuten später zeigte Kristian, dass er es deutlich besser kann. Okan wurde wieder von Marco eingesetzt und schoss, jedoch klärte ein Spieler von Bockenheim auf der Linie, Kristian rutschte rein und brauchte den Ball über die Linie.

Es folgte ein 25-minütiger Sturmlauf der Speuzer. Es würde ewig dauern, hier alle Chancen aufzuschreiben. Deshalb kürzen wir es ab: Egal ob zwei Meter oder zehn Meter vor dem Tor, egal ob Driss, Shekfet, Osam, Okan, Kristian, Game, Marco, egal ob mit dem Kopf dem Fuß oder sonst einem Körperteil, egal ob am Keeper, einem Abwehrspieler oder wie in einem weiteren Fall am Schiedsrichter - immer wieder scheiterten die Speuzer. Dass es, nachdem Marco nach einem Lupfer über den Torwart per Kung-Fu-Tritt niedergestreckt wurde, erneut keinen Strafstoß gab, sei insoweit auch nur am Rande erwähnt.  

Wiedermal verschenkten die Speuzer in der Rückrunde trotz etlicher Großchancen einen dreifachen Punktgewinn. Wie oft noch Jungs? Wie oft wollen wir uns selbst durch die grauenhafte Chancenauswertung um den Lohn bringen? Nächste Woche spielen wir in Eschersheim und danach gegen Nieder-Eschbach in der Hinrunde traf man gegen beide Mannschaften 18 Mal, lediglich einmal weniger als in der kompletten Rückrunde. Hoffentlich platzt da endlich wieder der Knoten und die Tore fallen wie in der Hinrunde wieder wie reife Früchte.

Zum Anfang