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Glücklich, aber verdient

D1-JugendZum Saisonauftakt gegen den FV Hausen standen nur vier Spieler aus dem letztjährigen Kader der D1 und überhaupt nur fünf Spieler des Jahrgangs 2004 im Kader der D1-Junioren. Der Kader des FV Hausen auf der anderen Seite bestand ausschließlich aus Spielern des älteren Jahrgangs. 

Da zudem die Speuzer-D-Junioren ohnehin großenteils nicht mit körperlicher Kraft und Größe gesegnet sind, bestand auf dem Spielfeld ein erheblicher Unterschied hinsichtlich der körperlichen Voraussetzungen. Längere Beine führen regelmäßig zu größeren Schritten, und damit bei ähnlicher Schrittfrequenz zu klaren Schnelligkeitsvorteilen der Größergewachsenen. Deshalb hatten die Gäste nicht nur körperlich, sondern auch in punkto Laufschnelligkeit deutliche Vorteile. Das zeigte sich vor allem Anfang der zweiten Halbzeit, als Hausens Nr. 14 bei zwei Kontern frei vor Keeper Stefanos auftauchte. Der drängte den Spieler aber einmal nach links ab, wo er mit seinem schwachen linken Fuß den Kasten deutlich verfehlte, und stand kurz darauf goldrichtig und konnte den nicht besonders platzierten Abschluss so locker aufnehmen.

Im gesamten Spielverlauf waren ansonsten die Speuzer feldüberlegen, ließen den Ball gut laufen und glichen die körperlichen Nachteile dadurch aus, dass sie schneller reagierten, den Ball meistens ordentlich laufen ließen und einen sehr großen Einsatz zeigten. Trotzdem wurde noch zu oft der Zwiekampf gesucht, statt den Ball zu rotieren und die Hausener Abwehrspieler rennen zu lassen. Hausen igelte sich weitgehend in der eigenen Hälfte ein, machte aber dabei auch die Räume sehr eng. Die Speuzer fanden die Lücke lange nicht und rieben sich so immer wieder in Zweikämpfen auf, bei denen sie relativ oft den Kürzeren zogen. Die enge Staffelung der Gäste führte mehrfach zu gefährlichen Ballverlusten nach zu riskanten Querpässen oder Dribblings in bzw. durch die Mitte. Hausen konnte allerdings vor dem Seitenwechsel seinerseits das Tor der Speuzer auch nicht wirklich in Gefahr bringen. Die beste Chance der Speuzer hatte Gedeon, der eine scharfe Hereingabe nur knapp verfehlte.

Nachdem die Hausener die angesprochenen guten Tormöglichkeiten vergeben und der Hausener Trainer etwas unverständlich die einzig gefährliche Spitze, die Nr. 14, ausgewechselt hatte, wurde das Spiel der Gastgeber deutlich zwingender. Hausen wehrte einen Eckball in den Rückraum ab, wo Luka sich ein Herz nahm und einfach einmal abzog. Dem ansonsten starken Hausener Keeper war die Sicht verdeckt und so ließ er den Ball unter seinem Knie hindurch ins Tor trudeln. Dass Hausen die Abwehrtaktik etwas lockern musste, kam den Speuzern dabei entgegen, denn endlich ergab sich Raum zum Kombinieren. Von der Führung beflügelt spielten die Speuzer immer stärker nach vorne. Gurman spielte sich am rechten Flügel klasse durch und wurde an der Strafraumlinie außen durch ein Foul gestoppt. Der Freistoß segelte in die Mitte, aber der Abschluss der Speuzer wurde geblockt. Wenig später scheiterte Okan nach Vorlage von Vokan am Innenpfosten. Hausen schaffte es - auch nach der Wiedereinwechselung der Nr. 14 - nicht mehr, das von Stefanis gehütete Speuzer-Tor wirklich in Gefahr zu bringen, so dass die Sportfreunde als 1:0-Sieger mit einem guten Ergebnis in die Saison starteten.

Positiv ist zu sehen, dass ersichtlich viele Spieler ihre Chance bekommen haben, sich für die D1 zu empfehlen. Neben den vier D1-Akteuren der Saison 2015/16 ein Rückkehrer von Rot-Weiß, aber vor allem auch drei Jungs, die letzte Saison noch in der E2 aufgelaufen sind. Der Kader ist noch größer, es kann sein, dass schon in Bornheim am kommenden Wochenende trotz der guten Leistung gegen Hausen einige andere Spieler ihre Chance bekommen, sich zu beweisen. Auf der anderen Seite warzu erkennen, dass die D1 körperlich nicht zu den stärksten Teams der Liga gehören wird. Dieses Defizit ist immer wieder schwer auszugleichen, gerade auf dem Kleinfeld, wo ein richtig starker Spieler den Unterschied machen kann. In der Abwehrkette, deren Akteure einen überragenden Einsatz zeigten, zeigte sich durchaus auch eine gewisse Anfälligkeit. Die Abgänge von gleich vier "Stammspielern" zu Gruppenliga-Vereinen und einigen weiteren Jungs in die C-Jugend lassen sich so einfach nicht kompensieren. Aber die D1 ist auf dem richtigen Weg, was auch die Vorbereitungsspiele schon gezeigt haben. Bei Bornheim GW, das zum Auftakt in Harheim 3:0 gewann, steht am kommenden Sonntag um 9 Uhr früh schon ein richtungsweisendes Spiel an.   

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